Beinwell – die Heilpflanze im Monat November

Beinwell – Symphytum officinale

Diese Pflanze gehört zu den Raublattgewächsen oder Boraginaceae, damit ist sie mit dem bekannten Küchenkraut Borretsch verwandt. Sie findet sich in nährstoffreichen, feuchten Gebieten in ganz Mitteleuropa. Erst südlich von Spanien ist der Beinwell nicht mehr anzutreffen. Die Farbe der Blüten reicht von weiss über rosa bis zu tiefem violett, je nach dem  Boden in welchem sie wächst. Schon der Name lässt ahnen wo seine Wirkung zu suchen ist. Bein (Gebein oder Knochen) well (wallen oder zusammenwachsen)! Also tut sie dem Gebein wohl.

Die Geschichte des Beinwell

Ursprünglich aus Kleinasien kommend nahm der Beinwell, auch unter dem Namen Comfrey bekannt, über die Klostergärten seinen Einzug in Europa. Schon Claucus der römische Arzt der Kleopatra verwandte einen Brei aus Beinwellwurzeln gegen Blutergüsse, Verstauchungen und Frakturen. Auch der griechische Arzt Dioskurides beschrieb die heilungsfördernde Wirkung von Symphytum (symphein – zusammenwachsen) auf das Knochenwachstum. Ebenso hatte Hildegard von Bingen Beinwell zur Unterstützung der Heilung von Knochenbrüchen verwandt. In ihren, aber auch in Paracelsus Schriften wurde der Beinwell “Consolida” , das meint “zusammenwachsen” genannt. In der mittelalterlichen Heilkunde wurde die Pflanze auf Grund ihrer teilweise himmelblauen Blüten dem Saturn zugeordnet. Es galten Pflanzen mit rauen, kieselhaltigen Haaren als “saturnisch”, diesen wurde eine Wirkung auf Milz und Knochen zugesagt. In dem “Lehrbuch der biologischen Heilmittel” von Gerhard Madaus fand der Beinwell in der Neuzeit wieder den Weg zurück in die Praxis.

Phytotherapeutischer Einsatz von Beinwell

Wie von Alters her bekannt, ist der Beinwell auch heute eine Pflanze, welche vor allem bei Frakturen zum Einsatz kommt. In der Regel in Form von Salben, die auch selbst hergestellt werden können. Verwendet wird die Wurzel, welche jetzt im Herbst oder aber im zeitigen Frühjahr ausgegraben wird. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass eine gesicherte Wirkstoffkonzentration nur in industriell hergestellten Produkten gewährleistet ist. Wie bei allen Pflanzen ist es eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, welche die Wirkung ausmacht. Die medizinischen Wirkstoffe des Beinwell sind unter anderem: Allantoin, Cholin, Schleimstoffe und Gerbstoffe wie zum Beispiel die Rosmarinsäure. Bei einer Verstauchung, einer Prellung oder einer geschlossenen aber korrekt stehenden Fraktur, wirkt Beinwell nicht nur beschleunigend auf die Heilung des Knochen. Beinwell wirkt ebenso schmerzstillend, entzündungshemmend und abschwellend auf das umgebende Gewebe. Musste die Fraktur jedoch operativ versorgt werden, sollte man für die erste Zeit allein auf homöopathische Präparate zurückgreifen, bis die Wunde abgeheilt ist. Für eine genauere homöopathische Anwendung wenden Sie sich gerne direkt an mich.

Auch bei Beschwerden durch Gicht, Tennisarm, -ellenbogen (sog. Epikondylitis) oder eine Verstauchung, zum Beispiel des Sprunggelenkes, wirkt Beinwell schmerzlindernd. Der vielbelastete Rücken oder allgemeine Schmerzen in den Gelenken durch Überlastung, alles das sind seine Einsatzgebiete. Ob man hier eine Salbe anwendet oder einen Auszug aus den Wurzeln herstellt und auf die betroffene Stelle auflegt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sollte der Schmerz durch die Berührung beim Einreiben zu stark sein, ist der Wurzelauszug eine gute Alternative. Zu Beachten ist, dass Beinwellpräparate nur auf intakter Haut angewendet werden dürfen. Sollten zum Beispiel Schürfwunden etc. vorhanden sein, müssen diese vorher mit z.B. Ringelblumensalbe abgedeckt werden. Auch hier gilt: Im Zweifel lieber gleich bei mir Rat einholen.

Auch wenn in früheren Jahren eine innere Anwendung von Beinwell beschrieben wurde, sollte man nach heutigen Erkenntnissen davon absehen. Das sogenannte Pyrrolizidinalkaloid, ein Inhaltsstoff des Beinwell ist ein Lebergift und steht des Weiteren im Verdacht krebserregend zu sein. Auch in der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollte man, aus diversen Gründen auf die Anwendung von Beinwellpräparaten verzichten (eine Ausnahme bilden Homöopathische Produkte). Dies gilt, obwohl die industriell hergestellten Salben nur einen sehr geringen Anteil an Pyrrolizidinalkaloiden beinhalten, auch für diese.

Neues aus der Praxis Heilkraut

Bald ist es soweit, der Workshop in der Isarnwohld Schule in Gettorf am 14.11.2019 steht bevor. Noch gibt es ein paar freie Plätze, die Anmeldung erfolgt wie gewohnt über die VHS Gettorf. Über den Link kommen Sie direkt zur Anmeldung. Für den Workshop habe ich mir spannende und auch originelle Möglichkeiten gegen Erkältungskrankheiten einfallen lassen. Lassen Sie sich also überraschen! Ich freue mich schon darauf und bin sicher, dass es ebenso interessant wie unterhaltsam wird.

Auch die Heilkräuterwanderungen für nächstes Jahr sind schon in der Planung. Noch gibt es keine genauen Termine, aber sobald sie festgelegt sind, werden ich sie hier aber auch auf Facebook, Instagram und Twitter veröffentlichen. Sollten Sie auf einem der genannten sozialen Netzwerke aktiv sein, lohnt sich ein Abo der Praxis Heilkraut um immer auf dem neuesten Stand zu sein.

Bis dahin, bleiben Sie gesund!

Ihre Charlotte Bronst