Der Kürbis – die Heilpflanze im November

Der Kürbis – Cucurbita pepo


Jetzt kurz nach Halloween, bleibt die Frage was mach ich mit den Resten des ausgehöhlten Kürbis? Das Fruchtfleisch ist ja schnell zu einer leckeren Suppe oder einem Gemüse verarbeitet. Die Kerne aber landen meist in der Biotonne. Schade eigentlich, denn gerade diese haben ein sehr hohes Potential für unsere Gesundheit. Welches Potential das ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Der Kürbis - die Heilpflanze im November

Die Geschichte des Kürbis

Der Kürbis in seiner heutigen Form kam mit den Seefahrern um Christoph Kolumbus aus Süd- und Mittelamerika zu uns nach Europa. Dort wurde er zusammen mit Mais und Bohnen als Mischkultur angepflanzt und gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen. Bei den Navajo Indianern galt er als heilige Pflanze und die Begeisterung für ihn ist in Amerika bis heute ungebrochen. Davon zeugt neben Halloween auch, dass “Tanksgiving” traditionell mit einem Kürbiskuchen gefeiert wird.

Es gibt Archäologische Funde welche besagen, dass schon vor 12.000 Jahren der Flaschenkürbis in Peru, vor 9.000 Jahren in Mexiko und vor 5.000 Jahren in Ägypten bekannt war. Laut Christoph Kolumbus war er die wichtigste Nahrungspflanze der Indios und Azteken. 51 Jahre nach der Entdeckung Amerikas fand er erstmals Einzug in der deutschen Literatur, dem “New Kreuterbuch“ von Leonhart Fuchs.

Kürbis in der Phytotherapie

Diese leckere Frucht, die hauptsächlich als Suppe oder an Halloween als Kürbisgesicht vor den Haustüren bekannt ist, hat aber auch gesundheitliche Aspekte.

Frei nach Hypokrates: “Eure Nahrung soll euer Heilmittel und eure Heilmittel sollen eure Nahrung sein” gilt dies auch für den Kürbis. Das Fruchtfleisch ist sehr magenschonend und kann bei Verstopfung helfen. Fettsucht, Gicht und Nierenschwäche sind weitere Einsatzgebiete des Kürbisfruchtfleiches.

Am bekanntesten sind aber wohl die Kürbiskerne. Schmecken sie geröstet einfach nur lecker, haben sie auch durch ihre Inhaltsstoffe verschiedene Heilwirkungen. Allem voran finden sie bei der gutartigen Vergrößerung der Prostata mit Schwierigkeiten beim Wasserlassen ihren Einsatz. Zusammen mit der Brennnesselwurzel und den Sägepalmblättern gehören sie zu den gut erforschten Naturheilmitteln bei diesen Beschwerden. 

Kürbiskerne liefern über 80% ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E und Beta-Carotin, sowie Magnesium, Eisen, Zink und Selen. Ihre wichtigsten Inhaltstoffe jedoch sind die Phytosterine, eine Gruppe von bioaktiven Inhaltstoffen, welche Prostatabeschwerden und Blasenleiden wie zum Beispiel einer Reizblase vorbeugen bzw. lindern können.

Auf Grund des hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren (der Ölgehalt der Kerne liegt bei etwa 50%) wird daraus das, auf Grund von Carotinoiden und Porphyrinen grünliche,  Kürbiskernöl hergestellt. Hauptsächlich findet man darin Palmitinsäure, Stearinsäure, Ölsäure und Linolsäure. Der Linolsäure kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da der Körper diese nicht selbst bilden kann. Zusätzlich ist das Öl reich an antioxidativ wirkendem Vitamin E, aber auch die Vitamine B1, B2 und B6 sowie Vitamin A, C und D sind zu finden.

Weitere Bestandteile der Kürbiskerne sind sogenannte Phytosterole oder Pflanzensteroide, diese haben eine Wirkung auf das Gesamtcholesterin. Sie verringern wenn sie zusammen mit Cholesterin aufgenommen werden das LDL (Low density Lipoproteine), welches in hohem Masse für das erhöhte Risiko einer koronaren Herzkreislauferkrankung verantwortlich ist. Ebenfalls haben die Phytosterole eine Ähnlichkeit mit Testosteron, was wiederum ihre Wirkung gegen eine Vergrößerung der Prostata unterstützt. Eine weitere Unterstützung bieten die Phytoöstrogene, welche in den Wechseljahren so wohl bei Frauen als auch bei Männern zum Einsatz kommen. 

Ein ebenfalls nicht zu verachtender Bestandteil der Kürbiskerne ist das Tryptophan. Dieser Stoff ist reichlich in Kürbiskernen vorhanden und wird vom Körper benötigt um Serotonin und Melatonin zu produzieren. Diese beiden Hormone wirken gegen depressive Verstimmungen (Serotonin) und gegen Schlafstörung (Melatonin). 

An diesen vielen Beispielen sehen Sie, wie unterschätzt diese wunderbare Frucht ist! Also beim nächsten Halloween ruhig nicht nur Kürbissuppe daraus herstellen, sondern das ganze Jahr immer mal wieder ein paar Kerne knabbern. Auch wenn sie auf Grund ihres hohen Fettgehaltes eine ähnlich hohe Kalorienzahl (565Kcal/100g) wie Chips oder Schokolade haben, sind sie wegen ihrer wichtigen Nährstoffe um vieles gesünder.

Neues aus der Praxis Heilkraut

Wie schon im letzten Monat berichtet gibt es im November noch zwei Seminare unter meiner Leitung an der VHS Eckernförde. Das Seminar rund um die ätherische Öle ist leider schon ausgebucht! Es besteht aber die Möglichkeit sich auf eine Warteliste setzten zu lassen, für den Fall das jemand nicht teilnehmen kann. Wenden Sie sich dazu direkt telefonisch an die VHS in Eckernförde. Sollte die Nachfrage sehr hoch sein gibt es eventuell noch ein zweites Seminar zu diesem Thema. Diese Entscheidung liegt allerdings bei den Verantwortlichen der VHS.

Das Seminar rund um die Naturmedizin bei Erkältungskrankheiten hat noch wenige Plätze frei. Es heisst also schnell sein, deshalb hier der direkte Link zur Anmeldung an der VHS Eckernförde.

Wie es mit den beiden Seminaren in Eckernförde, wegen der aktuellen Coronabeschränkungen weitergeht, entscheidet die VHS Anfang nächster Woche. Sobald ich genaueres weiss, werde ich es auf den bekannten Plattformen Facebook, Twitter und Instagram so wie auf meiner Homepage mitteilen. Stand jetzt finden beide Seminare statt. 

Auch die nächsten Wanderungen in 2021 sind in der Planung. Wir hoffen, dass es im Mai wieder einen Aktionsmonat Naturerlebnis geben kann, sobald die ersten Termine feststehen erfahren Sie es hier. Ein Termin für den Mai steht schon fest, es gibt wieder eine Heilkräuterwanderung um das Windebyer Noor, zu buchen ebenfalls über die VHS Eckernförde

Für die nun folgende “dunkle Jahreszeit” wünsche ich Ihnen, gerade aktuell in der Corona-Zeit, vor allem Gesundheit! Wenn Sie Hilfe benötigen, wenden Sie sich vertrauensvoll an mich, getreu meinem Motto

“Auch gegen Ihre Krankheit ist ein Kraut gewachsen!”

Ihre Charlotte Bronst