Der Rotklee – die Heilpflanze im Juli

Der Rotklee – Trifolium pratense


Die Roten Blüten dieser zu den Hülsenfrüchten (Fabaceae) zählenden Pflanze, welche in der gemäßigten und subtropischen Zone weltweit mit Ausnahme von Australien vorkommt, kennt jeder. Heute wird sie in der Regel als Futterpflanze für die Weidetiere genutzt, aber als Heilpflanze? Ja, der Rotklee hat ein großes Potential als Heilpflanze. Wofür bzw. wogegen er eingesetzt werden kann, erfahren Sie im folgenden Artikel:

Geschichte des Rotklee

Der lateinische Name des Rotklee stammt von seinen Blättern (Tri = Drei, Folium = Blatt) und seinem Vorkommen (Pratum = Wiese). Dioskurides verwendete ihn im 1. Jahrhundert gegen Bronchitis. Hildegard von Bingen erwähnt den Rotklee im 11. Jahrhundert in ihrer Schrift “Physica” als Mittel gegen “Verdunklung der Augen”, was heutzutage am ehesten mit dem grauen Star oder Katarakt gleichzusetzen wäre. In die Kräuterbücher hielt er im 16. Jahrhundert Einzug, Lonicerus und auch Matthiolus beschreiben ihn hauptsächlich als Frauenpflanze. Er würde den “Weissfluss” stillen und sei eine erweichende Pflanze. Des Weiteren würde der Rotklee die Menses stillen, der Weissklee hingegen flüssig machen. Auch in den modernen Arzneibüchern ist der Weiss- und der Rotklee noch immer für diverse Indikationen gelistet.

Phytotherapeutischer Einsatz von Rotklee

Die Inhaltsstoffe des Rotklee sind, neben ätherischen Ölen, Methylanthranilat (nur in den frischen Blüten), Isoflavonoide, Cumarinderivate und cyanogene Glykoside. Zur Anwendung als Heilpflanze kommen nur die Blütenköpfe, meist in getrockneter Form. Auf Grund ihres hohen Vitamingehaltes werden die Sprossen inzwischen aber auch zur Ernährungsergänzung verwendet. Die frischen Keimlinge enthalten viele wichtige Mineralien wie Magnesium, Calcium und Kalium aber auch die Vitamine B1, B3 und C.

Auch heute noch wird der Rotklee für viele “Frauenkrankheiten” eingesetzt. Auf Grund seiner Phytoöstrogene ist er ein wichtiges Heilkraut bei Beschwerden in den Wechseljahren. Neben der Wirkung gegen die lästigen Hitzewallungen, kommt ein positiver Effekt auf die Knochendichte und das Gefäßsystem hinzu. Ebenfalls wird die in den Wechseljahren dünner und trockener werdende Haut und Schleimhaut gestärkt.

Aber auch gegen Menstruationsbeschwerden kann er gut eingesetzt werden. Er wirkt regulierend auf die Eireifung und den Eisprung, so dass er auch beim unerfüllten Kinderwunsch eine Rolle spielen kann. In der Therapie von Brust- und Eierstockkrebs wird der Einsatz von anticarcinogen wirkendem Rotklee diskutiert. Seine Isoflavone (Genistein, Daidezin, Formononetin und Biochanin A) sollen in der Lage sein, die Zellteilung von Tumorzellen zu hemmen und die Gefäßneubildung in Tumoren zu unterbinden. Hier ist aber noch umfangreiche Forschungsarbeit notwendig.

Wegen seiner leicht cholesterinsenkenden Wirkung kommt es zu einer antisklerotischen Wirkung auf die Blutgefäße. Daher kann Rotklee auch bei gestörtem Fettstoffwechsel eingesetzt werden. Hier hilft er vor allem bei Lebererkrankungen und dient zur “Blutreinigung”.

Die schon bei Lonicerus und Matthiolus erwähnte “erweichende” Wirkung wird äußerlich zum Beispiel bei Verhärtungen von Drüsen oder Furunkeln, aber auch bei Unterschenkelgeschwüren wie Ulcus Cruris eingesetzt. Hier kommt die entzündungshemmende Wirkung der Gerbstoffe zum Einsatz.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Rotklee-Isoflavonen eine Menge von max. 43,5 mg Isoflavonen pro Tag und die Dauer von max. drei Monaten nicht zu überschreiten. Hierbei zu beachten ist, dass es sich um standardisierte Fertigpräparate mit nur einem Teil der Wirkstoffe der Pflanze handelt. Aber auch ansonsten sollte, wie schon oft von mir erwähnt, bei Heilpflanzen nach spätestens 6 Wochen eine Pause eingelegt werden.

 

 

Rotklee
Rotklee
Rotkleeblüte
Rotkleeblüte
Rotklee
Rotklee

Neues aus der Praxis Heilkraut

Nachdem die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung, der uns seit 1 1/2 Jahren dauernden Corona-Beschränkungen in den letzten Wochen Fahrt aufnimmt, gibt es neue Termine für die Kurse unter meiner Leitung an der VHS Eckernförde.

Die “Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten” stelle ich in einem Workshop am 06.11.2021 vor. Der Grundkurs über ätherische Öle findet am 04.12.2021 statt. Stand jetzt gibt es für beide Kurse noch wenige freie Plätze.

Vorher sind auch wieder zwei Heilkräuterwanderungen in Vorbereitung. Am 14.08.2021 geht es um das Thema Heilpflanzen in der Stadt – hierzu wandern wir durch Eckernförde und suchen Heilpflanzen die an Wegrändern und im Brachland wachsen. Die Anmeldung hierfür gerne direkt bei mir, per Mail info@praxis-heilkraut.de oder telefonisch 0170 3130488 (natürlich auch per SMS, WhatsApp, Signal etc.). Am 04.09.2021 geht es wieder ans Windebyer Noor. Diese beliebte Wanderung wird von der VHS Eckernförde organisiert, Anmeldungen also dort.

Genießen Sie die schöne Sommerzeit und bleiben Sie gesund

Ihre Charlotte Bronst