Der Waldmeister- die Hailpflanze im Mai

Der Waldmeister – Galium odoratum


Welche Pflanze passt besser in den Mai als der Waldmeister? Viele kennen ihn in Form von künstlichem Aroma in den verschiedensten Getränken und Gerichten. Aber ist er eine Heilpflanze? Ja auch der Waldmeister hat „Heilpotential“ ist aber in dieser Hinsicht mit Vorsicht zu genießen! Wer jetzt Waldmeister erntet und sich wundert, dass er nicht duftet, sollte ihn aufhängen und antrocknen lassen. Alles weitere erfahrt Ihr im folgenden Artikel. Viel Spaß beim Lesen.

Die Geschichte des Waldmeisters

Seinen lateinischen Namen verdankt der Waldmeister dem italienische Arzt und Naturforscher Giovanni Antonio Scopoli (1723-1788). Er wurde damals genutzt um üble Gerüche zu vertreiben (odoratum = duftend), der Namensanteil Galium leitet sich aus der Botanik ab, der Waldmeister gehört nämlich zu den Labkräutern (Galium).

Der Deutsche Name Waldmeister geht aber auf eine heidnische Waldgöttin zurück. Er galt als Schutzpflanze und sollte böse Hexen fern halten, deswegen wurde er in der Walpurgisnacht als Armband getragen und verräuchert, um gute Feen anzulocken. Aber auch andere dämonische Kräfte sollte er vertreiben, daher wurde er zu gebärenden Müttern und Neugeborenen gelegt um Mutter und Kind mit seinen beruhigenden Eigenschaften vor bösen Kräften zu schützen.

Bei den Mönchen im Kloster Prüm in der Eifel wurde im Jahr AD 854 die Maibowle „erfunden“. Sie tranken Waldmeister zusammen mit Gundermann und schwarzer Johannisbeere als „Maiwein“  zur Stärkung von Herz und Leber.

Phytotherapeutischer Einsatz des Waldmeisters

Wie schon eingangs erwähnt, duftet der Waldmeister nicht wenn man an ihm vorbei geht oder die Blättchen zerreibt. Der typische Duft entsteht erst beim Verwelken der Pflanze. Nur dann wird nämlich sein Inhaltsstoff Melilotosid zu Cumarin abgebaut und dies ist auch der Hauptwirkstoff des Waldmeisters. Viele werden Cumarin aus der Therapie mit „Blutverdünner“ kennen und genau dies ist auch eine der Gefahren bei einer Überdosierung bzw. einem zu häufigen Genuss von Waldmeister. Einer der Gründe, warum die Lebensmittelindustie vor allem auf künstliche Aromen zurückgreift ist die Tatsache, dass seit 1981 die gewerbliche Herstellung als Genussmittel verboten ist. Gegen einen Einsatz für eine Maibowle mit echtem Waldmeister in kleinen Mengen spricht aber in der Regel nichts.

Die Pflanze sollte ähnlich wie zum Beispiel das Scharbockskraut vor der Blüte gesammelt werden. Sie wirkt entzündungshemmend, gefäßerweiternd und krampflösend. Die maximale Tagesdosis sollte aber 6 mg nicht überschreiten, ansonsten kommt es zu heftigsten Kopfschmerzen und Magenkrämpfen.

Wie schon im obigen geschichtlichen Teil erklärt, gilt der Waldmeister in der Naturheilkunde als herzstärkend und schweißtreibend. Er kann bei Leberbeschwerden und Gelbsucht (Hepatitis) eigesetzt werden, wobei für die Leber aber die Mariendistel immer die Heilpflanze der ersten Wahl sein sollte.

Da er auch leicht Harntreibend wirkt, kann er zudem bei kleinen Blasen- und Nierensteinen oder -gries eingesetzt werden. Seine krampflösende Wirkung hilft auch bei Kopfschmerzen. Außerdem kann er bei Unruhezuständen, Nervosität und Schlaflosigkeit zu einem erleichternden  und entspannten Schlaf verhelfen. Nicht umsonst wurde er früher den Müttern nach der Entbindung aufs Kopfkissen gelegt, es wurden so die ätherischen Öle des Waldmeisters zur Beruhigung eingesetzt.

Bei Venenerkrankungen wird er wegen seiner gefäßstabilisierenden und antiödematösen Wirkung eingesetzt.

Auf Brandwunden kann man ihn als Tee äußerlich anwenden, hierzu 1 Teelöffel blühenden getrockenten Waldmeister in 200 ml kaltem Wasser über Nacht ziehen lassen und abseien. Diesen Tee kann man natürlich auch erwärmen und trinken (hierfür verwendet man das Kraut vor der Blüte), dann aber maximal 2 Tassen am Tag für eine Dauer von maximal 2 Wochen.

Vorsicht geboten ist immer wenn man eine medikamentöse Therapie mit Cumarin haltigen Medikamenten (Blutverdünner) besteht. Waldmeister steigert den Cumaringehalt im Blut und erhöht so die Wirkung/Nebenwirkung also Blutungsgefahr. Also auch bei einer selbstgemachten Maibowle: Frage Deinen Heilpraktiker!

Im Haushalt kann man getrockneten Waldmeister aber auch im Kleiderschrank gegen Motten einsetzen, wenn heutzutage auch meist Lavendel dafür benutzt wird, Waldmeister hilft hier ebenfalls!

Der Waldmeister- die Hailpflanze im Mai
Waldmeister mit Blüte
Der Waldmeister- die Hailpflanze im Mai
Typischer Waldmeister „Quirl“
Der Waldmeister- die Hailpflanze im Mai
Blühender Waldmeister

Einen wunderschönen 1. Mai, genießt die Sonne und bleibt gesund!

Das wünscht Euch

Eure Charlotte