Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), die Heilpflanze des Monats Juni 2019

Der Frauenmantel – Alchemilla vulgaris

Der Frauenmantel ist wie der Name schon vermuten lässt ein typisches Frauenmittel, aber er kann noch einiges mehr. Heute meist als Gartenpflanze angebaut, ist er in feuchten, ungedüngten Wiesen auch gelegentlich noch in seiner wilden Form anzutreffen. Er gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und blüht von Mai bis September mit kleinen gelben Blüten. Seinen Namen verdankt er den, an einen Frauenumhang erinnernden, Blättern.

Die Geschichte des Frauenmantel

Schon im Altertum wurde der Frauenmantel den weiblichen Göttinen gewidmet: Der Liebesgöttin Freya bei den nordischen Völkern und der Schönheitsgöttin Venus bei den Römern. Die sich nachts bildenden Tropfen auf den Blättern wurden von den Alchemisten als flüssiges Gold angesehen, woher auch der Namensteil Alchemilla oder die Bezeichnung  “Alchemistenpflanze” stammt. Der Frauenmantel schwitzt kristallklare Tropfen an seinen Blattspitzen aus. Diese sammeln sich in der Blattmitte und werden als Guttationstropfen bezeichnet. Da sie in der Morgensonne golden schimmern, haben die Alchemisten damit experimentiert. Gold haben sie aber nicht daraus gewinnen können.

Der phytotherapeutische Einsatz des Frauenmantels

Wie schon im oberen Teil erwähnt, ist der Frauenmantel ein typisches “Frauenkraut”. Verwendet wird das Laub und die Blüten meist als Tee. Aber auch als Salat, bei Kräuterfüllungen oder Gemüsebratlingen. Die Guttationstropfen werden als Pflanzenelexier eingesetzt, sie verkörpern die konzentrierte Wirkung der ganzen Pflanze. Dafür werden sie an einem frühen, trockenen Morgen mit einer Pipette oder einer Spritze eingesammelt, in eine dunkle Glasflasche gefüllt und zur Hälfte mit 45%igem Alkohol vermischt.

In der Frauenheilkunde wird der Frauenmantel bei Menstruationsbeschwerden wie Krämpfen oder starken Blutungen angewendet. Gegen Fluor kann man neben dem Tee auch Sitzbäder oder Spülungen damit machen. Ebenfalls bei den typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallung, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen, wird er als Tee eingesetzt. Sitzbäder stärken den Unterleib und die Beckenmuskulatur.

Bei unerfülltem Kinderwunsch hat der Frauenmantel, durch sein pflanzliches Progesteron, einen fördernden Einfluss auf den Eisprung und das Einnisten des Eis. Zum Beginn der Schwangerschaft, kann er vor Fehlgeburten schützen. Vor, während und nach der Geburt wirkt er stärkend auf die Gebärmutter und die Beckenmuskulatur. Er hilft die während einer Geburt entstandene Verletzungen schneller abheilen zu lassen und fördert den Milchfluss sowie die Rückbildung der Gebärmutter. Schwangerschaftsstreifen werden mit in Frauenmanteltee getränkten Umschlägen vermieden oder zumindest abgemildert. Da er durch seine Gerbstoffe für eine bessere Hautdurchblutung und ein Straffen des Bindegewebes sorgt.

Frauenmantel für Männer

Aber auch Männer können von Frauenmanteltee profitieren. Bei kleineren Verletzungen oder schlecht heilenden Wunden wird er als Teeumschlag oder frischer Presssaft angewandt. Bei Geschwüren der Schleimhaut im Mund oder Magen-Darmbereich wirken seine Gerbstoffe zusammenziehend und durchblutungsfördernd. Dadurch kommt es zu einer schnelleren Abheilung. Aber auch bei Männern wirkt der Frauenmantel Durchblutungsfördernd auf den Unterleib und kann so als potenzsteigernd angesehen werden. Wie für alle Heilpflanzen gilt, eine Teekur nicht länger als 6 Wochen.

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