Ringelblume – Die Heilpflanze des Monats Oktober

Die Ringelblume – Calendula officinalis

Die Ringelblume oder Calendula officinalis, wer kennt sie nicht? Man findet sie an jedem Wegesrand und einmal im Garten gewachsen vermehrt sie sich unermüdlich. Mit ihren gelben oder orangen Blüten ist sie aus keinem Bauerngarten wegzudenken. Aber diese Blume hat so viel mehr zu bieten als nur ein bunter Begleiter durch viele Sommermonate zu sein. Zum Beispiel ist sie ein weiterer Bestandteil des 6er Tees.

Geschichte der Ringelblume

Ihr Name lässt sich von den geringelten Samenständen ableiten. Ihre Blütenblätter wurden im Mittelalter vor allem zum Strecken des teuren Safran genutzt. Als Heilpflanze wurde sie das erste Mal im Buch “Physika” der Hildegard von Bingen im einem kleinen Absatz erwähnt. Auch der Dominikaner Albertus Magnus widmete sich ihr in seinem Kräuterbuch unter dem Namen Sonnenbraut. Beide beschrieben die Ringelblume als kühlend und feucht, sie wurde von beiden bei Hautausschlägen und Verbrennungen empfohlen. Ihre Hochblüte als Heilpflanze erfuhr sie aber erstmals im 17. und 18. Jahrhundert. Während der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen wurde sie neben Arnika die Hauptpflanze zur Behandlung von Verletzungen und Verwundungen.

Phytotherapeutische Verwendung der Ringelblume

Am bekanntesten ist wohl die Ringelblumensalbe, sie wird vor allem bei trockener Haut und schuppigen Ekzemen eingesetzt. Ob aus Drogerie, Apotheke oder selbst hergestellt bleibt da jedem selbst überlassen. Was die wenigsten wissen ist, dass  Ringelblumen ob als Salbe, Tinktur oder Tee auch auf offenen Wunden angewendet werden kann. Sie wirkt durch das Sesquiterpen alpha-Cadino abschwellend, entzündungshemmend, antibakteriell und antifungizid (gegen Pilzinfektionen), gleichzeitig fördert sie die Granulation von neuer Haut. Selbstverständlich kann man sie auch bei 1. gradigen  Verbrennungen oder Sonnenbrand einsetzten, auch wenn hier der Einsatz von Johanniskrautöl zunächst vorzuziehen ist.

Im Gegensatz zur verwanden Arnika kann man die Ringelblume auch innerlich, als Tee oder Tinktur anwenden. Sie wirkt hier stärkend auf die Verdauungsorgane, vor allem auf Leber und Galle. Bei leichten Magenschleimhautentzündung sorgt sei für eine schnellere Abheilung der Geschwüre. Des Weiteren wirkt sie gegen Übelkeit und hat eine leichte abführende Wirkung. Für Tees gilt übrigens eine maximale Anwendungsdauer von 6 Wochen.

Die Ringelblume mildert Schwindelanfälle und wirkt allgemein beruhigend auf das Nervensystem. Daher kann ihr Tee als leichte Hilfe zum Einschlafen, aber auch bei Panikattacken angewendet werden.

Durch ihre krampflösenden Inhaltsstoffe eignet sie sich auch bei Schmerzen der weiblichen Periode. Ihr Inhaltsstoff Stigmasterol reguliert den Eisprung und sorgt so für eine regelmäßige Menstruation. Ein weiterer Inhaltsstoff, das Beta-Sitosterol zählt zu den pflanzlichen Östrogenen. Auch dieser Inhaltsstoff reguliert die Menstruation und kann bei Beschwerden in den Wechseljahren hilfreich sein.

Wie bei allen Heilpflanzen gilt auch für die Ringelblume der Satz von Paracelsus “die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist”! Sollte nach 1-2 Wochen keine Besserung eingetreten sein, wenden Sie sich ruhig an mich für eine persönliche Beratung.

Neues aus der Praxis Heilkraut

Wegen mehrfacher Nachfragen möchte ich an dieser Stelle nochmals  auf meine  Veranstaltungen unter dem Dach der VHS Gettorf und der VHS Eckernförde hinweisen. Es gibt für beide Veranstaltungen noch freie Plätze. Auch für 2020 sind schon Termine in der Vorbereitung, so wird es wieder mehrere Heilkräuterwanderungen an verschiedenen interessanten Orten geben. Sobald die Termine und Orte feststehen erfahren Sie es direkt hier oder auf meiner Facebook Seite. Deshalb gerne regelmäßig vorbei schauen, damit Sie keinen Termin verpassen!

Aktuell hatte ich Besuch von einem Reporter der Kieler Nachrichten für ein Interview  über Phytotherapie in der  Erkältungszeit. Der Artikel wird demnächst nach der Veröffentlichung auch auf meiner Seite über einen Link online lesbar sein.

Bis dahin bleiben Sie gesund und wenn die Erkältungszeit doch einmal ” zuschlägt “, wenden Sie sich zur Beratung und gegebenenfalls Behandlung an mich. Wir werden gemeinsam  das richtige “Kraut” der Naturapotheke  für Sie finden!

Ihre Charlotte Bronst