Ingwer (Zingiber officinale), die Heilpflanze des Monats Dezember 2018

Ingwer – Zingiber officinale

Passend zur kalten Jahreszeit, möchte ich die Heilpflanze des Jahres 2018 vorstellen, den Ingwer! Jedes Jahr wird von zwei verschiedenen Organisationen in Deutschland eine Heilpflanze (NHV Theophrastus, besser bekannt als Paracelsus) und eine Arzneipflanze (Institut der Geschichte der Medizin der Universität  in Würzburg), des Jahres gekürt. Die Arzneipflanze des Jahres 2018 ist eine oft sehr unbekannte Bergpflanze der Andorn oder Marrubium vulgare.

Die Geschichte des Ingwer

Im asiatischen Raum wurde die Wurzel früh gegen die verschiedensten Beschwerden eingesetzt. Schon Konfuzius erwähnte den Ingwer in seinen Schriften. Paracelsus war zwar der Meinung, “dass in jeder Region die Pflanzen wachsen, die den Menschen Vorort zur Heilung dienen”. Trotzdem hat auch im europäischen Raum der Ingwer seinen Einzug in die Medizin gehalten. Nach Europa kam er zu nächst wahrscheinlich mit Alexander dem Großen, der ihn von seinen Feldzügen aus Indien mitbrachte. Später über die Seidenstraße mit Marco Polo.

Da die Wurzeln eine gewisse Schärfe besitzen und damals nicht so teuer waren, wurden sie gerne als “der Pfeffer des armen Mannes” bezeichnet. Im Mittelalter wurde er meist von Mönchen eingesetzt. Hildegard von Bingen stand ihm, wohl auf Grund seiner aphrodisierenden Wirkung, eher skeptisch gegenüber. Die Spanier brachten ihn im 16. Jahrhundert in die “neue Welt”, wo er ideale Wuchsbedingungen vorfand. In Europa geriet er dagegen wieder in Vergessenheit und nur die Engländer verwendeten ihn weiter (Ginger Ale, Gingerbread). Im restlichen Europa kam er in den 60iger Jahren über die Nutzung in der Chinesische Küche wieder in Erinnerung.

Phytotherapeutischer Einsatz von Ingwer

Nicht nur als Zutat fürs Weihnachtsgebäck spielt er in der kalten Jahreszeit eine große Rolle. Er hilft bei der Verdauung, durch die Förderung der Durchblutung der Magenschleimhaut und Steigerung der Gallenproduktion, so wie Anregung der Magen-Darm-Peristaltik. Durch seine Schärfe wirkt er wärmend auf den gesamten Organismus. Bei Übelkeit ein Stück Wurzel gekaut (es geht auch kandierter Ingwer) und es geht dem Magen schnell wieder besser. Wer zu erhöhter Magensäureproduktion neigt, sollte Ingwer aber mit Vorsicht geniessen.

Als Tee wärmt Ingwer mit seinen Inhaltsstoffen wie verschiedene Gigerolen und Zingiberol von “innen”. Er sorgt für eine bessere Durchblutung, auch der Schleimhäute. Damit werden durch die “laufende Nase”, die krankmachenden Keime schneller abtransportiert!

Bei Reiseübelkeit, aber auch bei Übelkeit zum Beispiel nach einer Narkose oder einer Chemotherapie, kann Ingwer gute Hilfe leisten. Er blockiert bestimmte Rezeptoren, die auf den Botenstoff Serotonin reagieren und wirkt so der Übelkeit entgegen. Eben so bei leichter Übelkeit im ersten Trimester der Schwangerschaft wird er eingesetzt. Zu beachten ist allerdings, dass Ingwer auch die Wehentätigkeit anregt. Es gilt also in der Schwangerschaft auf die Dosis zu achten.

Ingwer hat auch eine “Blutverdünnende” Wirkung. Das heißt für Menschen die schon dementsprechende Medikamente einnehmen, den Genuss von Ingwer einzuschränken. Ebenfalls kann er zu verstärkter Menstruationsblutung führen.

Bei Gelenk- oder Rückenschmerzen wird Ingweröl eingesetzt. Durch seine erwärmenden Eigenschaften kommt es auch hier zur besseren Durchblutung. Das hat den schnelleren Abtransport der entzündungsfördernden Stoffe zur Folge.

Ob frisch gerieben, als Tee, ätherisches Öl oder in Kapselform, die Ingwerwurzel kennt viele Einsatzformen. Alle können richtig angewandt der Gesundheit dienen.

Wie für alle pflanzlichen Heilmittel gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift! Wenn die Beschwerden nicht nach wenigen Tagen besser sind, nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Damit wir gemeinsam das Kraut finden das bei Ihren Beschwerden hilft.

Eine besinnliche Adventszeit, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019!

Bleiben Sie gesund!

Ihre Charlotte Bronst