Zitronenmelisse, die Heilpflanze des Monats Juli 2019

Zitronenmelisse – Melissa officinalis

Wie schon bei der Heilpflanze des Monats Mai, der Birke versprochen, werde ich im Laufe des Jahres verschiedene Pflanzen vorstellen, die in den sogenannten 6er Tee gehören. Eine davon ist die Zitronenmelisse. Als Alternative kann man auch die Blüten vom Johanniskraut verwenden, beide Pflanzen haben eine Nerven beruhigende Wirkung. Allerdings mit verschiedenen Ansätzen, mehr dazu im obrigen Link.

Herkunft und Geschichte

Die Zitronenmelisse stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Der Name Melissa ist griechisch und bedeutet Honigbiene. Das versteht man, wenn zu beobachten ist, wie sich die Bienen auf die kleinen weißen Blüten “stürzen”. Über die Jahrhunderte hat sie sich in ganz Europa angesiedelt. Es ist eine krautig wachsende, mehrjährige Pflanze, die sich gut auch im Topf kultivieren lässt. Schon in der Antike war sie eine bekannte Heilpflanze und wurde auch von Hildegard von Bingen als ein Mittel, das “das Herz freudig macht” beschrieben. Ihren größten Bekanntheitsgrad hat sie aber wohl durch die Kräutertinktur “Klosterfrau Melissengeist ®” erlangt, hierin ist sie aber nur eins von 13 Heilkräutern. Deren Ursprung geht auf die Nonne Maria Clementine Martin aus dem 18. Jahrhundert zurück. Entwickelt aus hat sie ihn aus dem sogenannten Carmeliterwasser, einem Melissenwasser das im Frankreich ihrer Zeit für Heilzwecke eingesetzt wurde.

Der phototherapeutische Einsatz von Zitronenmelisse

Die Zitronenmelisse wirkt mit ihren ätherischen Ölen Citral, Linalool und Geraniol beruhigend auf die Nerven. Sie wird vor allem bei den sogenannten “nervösen Herzbeschwerden” eingesetzt Dabei wirkt sie  beruhigend auf das gereizte Nervensystem. Beim sogenannten “Herzrasen”, einer Tachycardie, die in der Regel Stress bedingt ist, wirkt ein Melissentee am Abend Schlaf fördernd und beruhigend. Bestimmte Inhaltsstoffe der Zitronenmelisse wirken auf den Neurotransmitter GABA ein, der vor allem bei Stress vermehrt ausgeschüttet wird. Hier für kann sie auch gut mit anderen “schlaffördernden” Heilpflanzen gemischt werden. Auch ein Bad mit Zitronenmelisse als Zusatz wirkt schlaffördernd. Bei fertigen Badezusätzen gilt es genau auf die Inhaltsstoffe zu achten, da das recht teure Melissenöl gerne gegen günstigere synthetische Stoffe ersetzt wird. Hier fehlt dann die therapeutische Wirkung. Also die Liste der Inhaltsstoffe genau lesen!

Auch auf den Magen-Darm Trakt wirkt Zitronenmelisse beruhigend. Ob bei krampfhaften Magen-Darm Beschwerden oder einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), bringt ein Melissentee Linderung. Diese Inhaltsstoffe wirken auch bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden. Es erfolgt eine nervale Beruhigung des gesamten Unterleibs.

Eine weitere sehr nützliche Wirkung der Zitronenmelisse beruht auf den, im ätherischen Melissenöl vorhandenen, Gerbstoffen. Sie wirken antiviral und helfen, frühzeitig angewandt, den Ausbruch von Lippenherpes zu verhindern. Studien belegen, das sie die gleiche Wirksamkeit wie der chemische Wirkstoff Aciclovir haben. Es gibt sie in Form von Salbe und als Lippenpflege in Apotheken zu kaufen. Die Gerbstoffe der Zitronenmelisse sind nicht in der Lage die Herpes Simplex Viren abtöten, sie verhindern aber die Vermehrung und damit den Ausbruch der schmerzhaften Bläschen.

Kurzfristig kann man den Tee auch als “Gedächtnispower” einsetzen. Zitronenmelisse steigert die Aktivität des Botenstoffes Acetylcholin im Gehirn und sorgt so neben guter Stimmung, auch für eine bessere Gedächtnisfunktion. Aber auch hier gilt, wie für alle Pflanzen, dass man einen Tee nicht länger als maximal 6 Wochen ohne Pausen trinken soll. Vor wichtigen Klausuren oder Prüfungen ist es auf jeden Fall angesagt. Ebenso bei einer beginnenden Demenz in Form von Teekuren!

Neues aus der Praxis Heilkraut

Auch im Herbst/Winter führe ich wieder verschiedene Seminare durch. Im Oktober starte ich mit der VHS Eckernförde ein “Sammel- und Verarbeitungsseminar” an zwei verschiedenen Tagen. Das Ziel ist sammeln und verarbeiten von Wildfüchten, dabei werde ich auf die verschiedenen Wirkweisen der einzelnen Früchte eingehen und zeigen wie man sie für den Winter haltbar machen kann.

Im November wird es an der VHS Gettorf einen Workshop über Heilpflanzen in der Erkältungszeit geben und für das nächste Jahr stehen auch schon die ersten Termine. Es lohnt sich also immer wieder mal bei Facebook, Twitter oder auf der Homepage vorbei zu schauen, um keinen Termin zu verpassen.

Bis dahin bleiben Sie gesund und wenn doch mal ein Gesundheitsproblem auftritt, können Sie mich gerne kontaktieren.

Wir werden in einem ruhigen Gespräch das richtige (Heil)Kraut für Sie finden!

Ihre Charlotte Bronst